From Nose to Tail?!

Wir können es nicht mehr hören – jedes zweite New Style Küchen und/oder
Restaurant Konzept benutzt diese 4 Worte.

Oft wird es dies noch unterstrichen mit der besonderen Ethik und Verantwortung dem Tier gegenüber
– immerhin verwendet man es ja komplett.

Ich bin mir jedoch sicher, dem Tier ist es völlig egal ob nur sein Rücken gegessen wird
oder ein super moderner Koch ein Ragout aus seinen Därmen zaubert
– es wurde vom Leben ins Jenseits befördert,
auch wenn es nicht komplett verzehrt wird!

Wenn wir von so etwas wie Verantwortung oder meinetwegen auch Ethik gegenüber
dem Lebensmittel Tier reden oder schreiben, dann sind es nicht Dinge im Sinne
von „wir verwenden alles“, sondern eher Themen wie: „wie hat das Tier gelebt?“
und „wie wurde es geschlachtet/erlegt?“.

Das sind für uns die zentralen Themen beim Fleischkonsum?!
Hier kann ich als Konsument und Erzeuger am ehesten mein Gewissen be- oder entlasten.

Natürlich verwenden wir in unserer Küche auch Innereien, aber bei weitem nicht alles.

Ich (Paul) bin beispielsweise kein Fan von Herz. Ich habe es versucht, mehrfach und unterschiedlich zubereitet. Herz und ich, wir werden beim Essen keine großen Freunde,
ich mag diesen Eisengeschmack einfach nicht.

Soll ich deswegen trotzdem immer und immer wieder Herz zubereiten, um deswegen mein Gewissen zu beruhigen, weil ja erst dann der Tod eines Tieres gerechtfertigt ist, wenn ich schier alles esse?

Quatsch!!
Ich mag es nicht besonders, somit koche ich es nur wenn es sich
meine Frau oder mein Schwiegervater wünscht.
Dann esse ich es natürlich auch – eine große Freude daran habe ich in dem Moment halt nicht.

Bei Nieren und Leber sieht die Welt ganz anders aus!
Da bin ich ein großer Fan!!
Leber in allen Varianten bis hin zu Leberknödeln – gerne!
Für Nieren lass ich auch mal einen Braten stehen – ich steh drauf!
Da wir beide Leber und auch Nieren sehr gerne mögen kommen diese
beiden Innereien öfter auf den Speiseplan – ganz uneigennützig 🙂

 

Wir kämen jedoch nie auf die Idee, für einen Wildsaumagen den Waidsack
– das ist in der Jägersprache der Magen der Wildsau – zu benutzen.
Das ginge bestimmt, es ist mir jedoch schlicht zu viel Arbeit und ganz wichtig,
es steigert sich dadurch auch nicht die Qualität des Ergebnisses.
Also benutzen wir einen entsprechend gesäuberten Magen vom Hausschwein,
den wir beim Metzger unseres Vertrauens bekommen.
Und dabei haben wirch ganz sicher kein schlechtes Gewissen!

Und warum schreibe ich jetzt an einem verregneten Sonntag diese Zeilen?
Naja, es ist halt ein verregneter Sonntag und ich habe gerade recht wenig zu tun?!
Auch Quatsch, zumindest teilweise.
Nein, mir läuft es extrem gegen den Strich wenn beim Essen irgendwelche alleingültigen Theorien, fast religionsgleich, propagiert werden. Fast immer mahnend und mit erhobenem Zeigefinger gegen jene gerichtet, die sich dieser Ansicht nicht unterwerfen wollen.

Und so war es heute morgen, als ich einen kleinen Bericht über die Eröffnung eines Restaurants las, der eine Tropfen der das Fass zum Überlaufen brachte.
Hauptinhalt war, wie soll es anders sein: from Nose to Tail!!

Ich musste meine Gedanken niederschreiben, es musste einfach raus.

Und deswegen mein einfacher Appell an alle die es Lesen wollen:

Esst was euch schmeckt, seid mutig bei Neuem und, ganz wichtig:
Achtet auf Qualität!!
Die ist meist der Garant dafür, dass ein Tier ordentlich gelebt und Gemüse nicht todgedüngt wurde.

Für die, die bis jetzt durchgehalten haben noch ein Bild: Kaninchennieren, Senfestragonsauce, Kartoffelpüree.

Nix fntt sondern einfach nur gut!
Euch allen einen frohen ersten Advent

Euer Team Koch-Passion

 

 

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